Auf´m Karstwanderweg um die Sattelköpfe

Der frühe Vogel auf dem Karstwanderweg |

Es ist Samstagmorgen, der Wecker klingelt, es ist 5.15 Uhr. Wo andere sich nochmal rumdrehen war für meine Freundin und mich dieses Mal die Nacht vorbei. Ein Erlebnis welches ich nicht jedes Wochenende brauch, aber es hat sich mal so richtig gelohnt. Unser Ziel war der Sonnenaufgang auf den Sattelköpfen bei Hörningen, um dann den Karstwanderweg zu laufen, zumindest ein Stück. Kurz bevor wir Hörningen und die Sattelköpfe erreichten zogen riesige Nebelschwaden auf und ich hatte schon Angst, dass sich das frühe Aufstehen nicht gelohnt hat, da wir eventuell kaum etwas sehen würden. Doch es kam alles anders. Wir stellten unser Auto ab, den Hund an die Leine – der war der munterste von uns dreien – und los ging es. Nach wenigen Metern erreichten wir auch den Aussichtpunkt an den Sattelköpfen, direkt am Karstwanderweg und was soll ich sagen!? Es war einfach traumhaft! Die Sonne war schon leicht aufgegangen und wir blickten in eine sensationelle Lichtstimmung und auf die Nebelschwaden hinab. Eigentlich hätte ich da zwei Stunden bleiben können, aber wir wollten ja noch viele andere tolle Dinge sehen. So nun aber endlich wandern auf dem Qualitätsweg Wanderbares Deutschland im Naturpark Südharz. Der Karstwanderweg erstreckt sich über drei Bundesländern (Niedersachsen, Thüringen, Sachsen-Anhalt) auf einer Länge von knapp 255 km. Soweit wollten wir natürlich nicht laufen, aber ein bisschen sollte es schon sein. Am Anfang konnte man auch gar nicht so sehr von Weg sprechen, es war ein schmaler Pfad (ich liebe das) der sich von der Trockenrasenfläche in den Wald schlängelte. Wir folgten immer dem weißen „K“ auf rotem Balken, der Markierung für den Karstwanderweg. Das Licht war einfach genial und das sage ich nicht nur als Fotograf. An Wiesen, Felder und Waldflächen vorbei gelangten wir an den Igelsumpf, ein einmaliger Lebensraum für seltene Tier- und Pflanzenarten, aber leider nicht ganz sooooo toll zum Fotografieren. Weiter im Wald entlang auf schmalen Pfaden, immer parallel zur Wieda, erreichten wir Gudersleben. Ein echt romantisches Örtchen, mit Bauernhäusern und Fachwerkhäuschen. Nun ging es weiter Richtung Kammerforst, ein Waldgebiet das zusammen mit Himmelsberg und Mühlberg ein Natura2000-Gebiet bildet, welches seltene Arten von Pflanzen und Tieren schützen soll. Da sieht man auch mal wieder wie toll und schützenswert die Natur im Südharzer Karstgebiet ist. Nun verließen wir den Karstwanderweg erst einmal und folgten der Wegebeschilderung, unter anderem auf dem Weg deutscher Kaiser und Könige im Harz, bis nach Woffleben. Woffleben ließen wir aber eher links liegen, nicht nur sprichwörtlich, und schritten weiter, dem weißen Gold des Südharzes folgend, zum Fuße des Kohnsteins. Am Gipsbruch vorbei ging es ein wenig bergauf an Wiesen und Feldern entlang. Auch wenn der Gipsabbau natürlich für die Natur nicht sonderlich zuträglich ist gestalten die Gipsbrüche das Landschaftsbild mit und auch wenn mich einige dafür kritisieren mögen, es ergeben sich daraus teilweise richtig schöne Fotomotive. Zurück auf dem Karstwanderweg war es nur noch ein kurzes Stück bergauf, an einer Kuhweide vorbei, bis wir wieder zurück am Ausgangspunkt waren, wo die Freunde der Harzer Wandernadel auch wieder einen Stempel abfassen können.

Mehr erfahren ›