Luthers Weg von Nordhausen nach Auleben

Auf Luthers Spuren von Nordhausen gen Südosten

Letzte Woche war Nordhausen noch mein Ziel auf Luthers Reise durch den Thüringer Norden und heute ist es der Startpunkt. An der Frauenberg-Kirche ging die knapp fünfstündige Reise los. Nordhausen als historische Stadt bietet nicht nur Geschichte, sondern auch Gegenwart. Dazu solltet ihr einfach selbst einmal in der Tourist-Info am Markt vorbei schauen und euch informieren. Ich habe natürlich wieder versucht den frühen Vogel zu fangen und so ging es gegen 7.00 Uhr morgens los. Der Weg führt weite Teile seines Verlaufes an der Zorge entlang und ist auch sehr gut ausgeschildert. Was natürlich keine Garantie ist. Also ladet euch immer den GPS-Track herunter, dann seid ihr auf der sicheren Seite.

Nordhausen Hammaphotos

Von Kiesteichen, Feldern und Obstbäumen

So langsam verlässt der Weg die Kreisstadt Nordhausen und ehe man sich versieht erreicht man die Bielener Kiesgewässer. Eine durch den Kiesabbau geschaffen Seenlandschaft, die gerade in der Sommer-, Sonne-, Sonnenschein-Zeit zum Erfrischen, Baden und Schwimmen einlädt. Doch Vorsicht ist geboten! Denn nicht alle Seen sind offiziell als Badeseen zugelassen und bergen doch die ein oder andere Gefahr. Was aber kein Problem ist, ist sich ans Ufer zu setzen, das Wasser zu genießen und die Seele baumeln zu lassen. Entlang der Zorge führt der Weg weiter bis an den Rand des Goldene-Aue-Dorfes Windehausen. Freunde von Pflaumen, Äpfeln und Birnen werden hier ein Schlaraffenland vorfinden. Nachdem ich zwei Äpfel verspeist hatte, ging es an mannshohen Maisfeldern, auf schmalem Pfad bis nach Heringen.

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Hügelig durch die Goldene Aue

Nordhausen ist nun schon ein ganzes Stück entfernt und bis nach Heringen ging es absolut eben voran. Auf der Rückseite des restaurierten Schlosses vorbei, wer möchte kann, bzw. sollte, einen kleinen Abstecher dorthin machen, bevor es ein wenig anspruchsvoller wird. Frisch erholt vom Anblick des Heringer Schlosses führt der Weg am Ortsausgang Richtung Waldrand. Hier zeigt sich auch, dass die Goldene Aue nicht nur flach ist. Ich für meinen Teil finde dies auch sehr gut. Nicht weil ich unbedingt gern Berge hoch und hinunter laufe, aber ich finde die Aussichten von oben hinab immer wieder lohnenswert. Das bereitet mir so viel Freude, dass die Strapazen, wenn auch in diesem Fall nicht so sehr hoch, gar nicht ins Gewicht fallen. Aber im Vergleich zum Abschnitt Nordhausen – Heringen war es schon recht bergig.

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In der Heimat ist es doch am Schönsten

So sang es bereits Tony Marshall und er hat Recht. Auch wenn ich mittlerweile in Niedersachswerfen, am Rande des Harzes, wohne, ist es doch immer wieder schön dort hin zu kommen, wo man her kommt. Über die erste Anhöhe hinweg konnte ich schon die Auleber Fischteiche sehen. Ein paar hundert Meter weiter kam dann noch der Stausee Kelbra, das Kyffhäusergebirge, mit Denkmal und Fernsehturm, und zu guter Letzt, mein Heimatörtchen Hamma ins Sichtfeld. Überall Wälder, Wiesen, Felder und Gewässer. Im Prinzip ist alles da, was man als Naturtourist so benötigt. So etwas erwartet man kaum, wenn man morgens in Nordhausen los läuft, aber so ist es tatsächlich. Auf Kopfsteinpflaster durch das 300-Seelen-Dorf, um dann an der Kirche wieder recht in die Natur einzubiegen. Ein kleiner Tipp: Wer am Wochenende zwischen 14.00 Uhr und 18.00 Uhr Hamma erreicht, der sollte nach dem steilen Plattenweg nicht links in den Ort, sondern nach rechts zur Kaffeemühle gehen und bei Kaffee und selbstgebackenem Kuchen eine Rast einlegen.

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Letzter Halt Europadorf Auleben

Es gab zwar schon viel zu sehen, aber besten Aussichten auf diesem Teil des Nordthüringer Lutherweges kommen noch. Jetzt ist noch einmal ein bisschen Energieaufwand gefragt, am Osterfeuer auf dem Schwiechenberg vorbei, bis an den Waldrand. Das schreibe ich jetzt nicht nur, weil es meine Heimat ist…die Aussicht zum Kyffhäuser und zum Stausee, ist die beste der ganzen Goldenen Aue, es sei denn ihr besitzt ein Flugzeug. Durch einen Tunnel aus Büschen und Sträuchern hindurch kommt man auf eine Lichtung, von der man das Europadorf Auleben schon sehen kann. Von hier sind es noch gut dreißig Minuten bis in die Ortsmitte. Der Weg geht nun weiter bis nach Bad Frankenhausen. Dazu gibt es nächste Woche mehr. Für mich war in Auleben Schluss und ich nutzte die Zeit, die ich auf den Bus warten musste, der mich wieder nach Nordhausen brachte, für einen Besuch im Auleber Schloss.

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