Naturpark Südharz historisch

Wo der Naturpark seine Geschichten erzählt |

Meine Reise begann dieses Mal nicht mit dem Auto, sondern ich stieg quasi direkt vor der Haustür in Niedersachswerfen, Mitten im Naturpark Südharz, in einen historischen Triebwagen der Harzer Schmalspurbahnen. Da wird es schon das erste Mal geschichtlich, denn die Triebwagen und vor allem Dampfloks befahren den Harz schon seit über 125 Jahren. Ab ging die wilde Fahrt, naja so wild war sie gar nicht, aber dafür sehr entspannt und mit schöner Sicht auf den Naturpark Südharz und seine Landschaften. Der Triebwagen zog mich bis zum Bahnhof Eisfelder Talmühle, wo meine Wanderung beginnen sollte. Ich knipste noch ein paar Fotos vom Eisenpferd und dann nix wie los. Am Anfang ging es erstmal knapp 2,5 Kilometer bergan. Nichts schlimmes, dennoch nicht zu unterschätzen. Es geht durch Mischwald immer entlang dem Merkelsbach. Auf Forstwegen geht es bis hinauf und auch wieder hinunter bis an eine Gabelung und weil es so schön war geht es ab da wieder bergauf, am Brandesbach entlang durch eine traumhafte Waldlandschaft. An der nächsten Vier-Wege-Kreuzung geht es dann noch ein wenig steiler bergan, aber es wird auch wieder historisch. Ab jetzt geht es nämlich nach rechts auf einen Hohlweg, die „Alte Poststraße“, welche als Postweg zwischen Nordhausen und Braunschweig bis 1820 genutzt wurde. Bevor ich es vergesse! Die Mitarbeiter des Naturpark Südharz haben die ganze Tour, die ich hier beschreibe, mit einem Dampfloksymbol auf dunkelbraunem Grund ausgeschildert, dem ihr natürlich folgen sollt. Ich würde dennoch dazu raten zusätzlich den GPS-Track zu nutzen, denn es gibt immer wieder unverbesserliche, die der Meinung sind, sie müssten die Schilder abbauen. Der Poststraße und dem Dampfloksymbol folgend führt euch die Tour weiter zu der von 1904-1905 erbauten Staumauer, mit zugehörigem Stausee, die somit die älteste Staumauer Thüringens ist! Merkt ihr was? Ja genau, schon wieder etwas historisches. Leider darf die Staumauer nicht betreten werden, aber tolle Fotos könnt ihr auch so machen. Für die Freunde der Harzer Wandernadel gibt es hier auch einen Stempel abzugreifen. Auf schmalem Pfad geht es nun Richtung Burgruine Hohnstein, eine der besterhaltenen Burgruinen im Harz und somit natürlich auch im Naturpark. Kurz vor dem Erreichen der Ruine, gibt es noch eine Information über die Südharzburgen. Ein Muss für alle Historiker. Der letzte richtige Anstieg dieser Tour bringt uns zur Burgruine mit dazugehörigem Burggasthof Hohnstein, der gleichzeitig Naturpark-Wirt ist, was jetzt nicht historisch ist, aber zeigt, dass die Gerichte nicht nur super lecker sind, sondern die Zutaten auch zum Großteil aus der Region. Da mich ein bisschen der Hunger gepackt hatte, habe ich mir eine Terrine Gulaschsuppe gegönnt. Nach der Stärkung ging es bergab, am Neustädter Waldbad und Campingplatz vorbei, Richtung Ilfeld. Der Untergrund wechselte nun von Teer auf Schotter und zuletzt auf Waldweg. Der letzte historische Punkt der Tour wurde knapp drei Kilometer vor Ilfeld erreicht – Otto Ibes Holzkohlemeiler. Bereits über 70 Jahre alt und noch kein bisschen müde errichtet der Neustädter, aus einer Köhler-Dynastie stammende, Jahr für Jahr seinen Kohlemeiler und produziert Holzkohle. Demnächst ist es auch wieder soweit und der Meiler wird angesteckt. Die letzten paar Kilometerchen geht es auf Wiesenwegen und am Waldrand entlang bis nach Ilfeld und zum dortigen Bahnhof, von wo ich wieder mit der Straßenbahn, denn die befährt das gleiche Schienennetz wie die HSB, zurück nach Hause fahren konnte.

Fazit: Viel gesehen! Viel gewandert! Gut gegessen! Viel gelernt! Der Naturpark Südharz ist einfach perfekt!

PS: Wer sich denkt: Warum macht der das überhaupt, das Wandern und so? Meine Antwort ist ganz einfach: Die Natur ist einfach toll und hier sieht man manchmal sogar Tiere, die einige nur aus dem Zoo kennen…was ich sehr bedauernswert finde!

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Naturpark Südharz