Nochmal Schnee um Sophienhof eingefangen

Rund um Sophienhof

Hoch oben, ganz im Norden von Thüringen und auf gut 550 Meter über NN, da liegt Sophienhof. Keine 100 Einwohner zählt das kleine Örtchen, welches zur Gemeinde Harztor gehört. Hier oben, wo sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen, ist es einfach idyllisch. Sophienhof ist der perfekte Ort, um die alltäglichen Sorgen beiseite zu schieben und die Natur und das Leben zu genießen. Zudem ist es ein toller Ausgangspunkt für Wanderungen jeglicher Art. Ob lang, ob kurz, als Streckenwanderung oder Rundtour. Von hier oben bieten sich zahlreiche Möglichkeiten. Meine Freundin und ich haben uns für eine mittellange Rundtour entschieden, bei der wir gleich drei Stempel der Harzer Wandernadel einheimsen konnten. Das Ziel waren zwar fünf Stempel, aber die Bedingungen haben nicht so mitgespielt wie erhofft. Dennoch hat es Spaß gemacht und das Wetter war einfach toll!

Immer an der Bahn lang

Wenn ich so eine Tour für einen Sonntag plane, dann nehme ich mir natürlich immer vor, diese auch wie geplant zu laufen. Das klappt leider nicht immer, wie auch in diesem Fall. Zum einen lag es ein wenig an der Beschaffenheit der Wege und zum anderen an meiner manchmal eingeschränkten Wahrnehmung, die nur gute Fotomotive im Blick hat, anstatt auf Abzweige zu achten. So sind wir erstmal (wie geplant) am Haltepunkt der Harzer Schmalspurbahn vorbei. Nach dem wir die Schienen überquert hatten, folgten wir eine ganze Weile erstmal den schienen der traditionsreichen Dampfbahn. Doch irgendwann war der Spaß vorbei und es ging auf teils spiegelglatten Wegen und durch knietiefen Schnee immer bergauf Richtung Carlshaus-Turm. Es war durchaus sehr anstrengende bis dorthin, doch der Ausblick vom Turm entschädigte mich dafür. Meine Freundin sah dies nicht ganz so, auch der Tatsache geschuldet, dass sie keine Lust hatte noch auf den Turm zu steigen.

Der Carlshaus-Turm

Nun waren wir schon ein ganzes Stück von Sophienhof entfernt und bereits in Sachen-Anhalt angekommen. Die erste Stempelstelle erwartete uns auch am Fuße des Turmes. Er dient heute als Funkturm für die Harzer Schmalspurbahnen GmbH und tut dies bereits seit 1998. Bereits vor dieser Zeit, genauer seit 1901 stand genau an dieser Stelle der Bismarck-Turm zu Hasselfelde-Trautenstein, welcher allerdings von den “Roten”, also den Sowjets, nieder gerissen wurde. Auch wenn der neue Turm natürlich nicht soviel Tradition besitzt, so ist er doch moderner und nach neusten Erkenntnissen errichtet. Da traue selbst ich mich mit meiner Höhenangst da hoch. Und wie bereits beschrieben lohnt es sich. Ich konnte unter anderem bis zum Poppenbergturm, dem Josephskreuz, dem Kyffhäuser, dem Wurmberg und auch zum Brocken sehen, der sich aber wie gewohnt in Nebel gehüllt hatte.

Zur Walzenhütte

Der Weg hinab vom höchsten Punkt unserer Tour zur Walzenhütte sollte dann die eine tückische Stelle bergen, welche unsere Planung sprengte. Zuerst verlief es ohne Probleme. Zwar war der Weg teils stark vereist, aber landschaftlich sehr attraktiv und da wir ja einen guten Gleichgewichtssinn haben, aber nicht das große Problem. Doch dann geschah es. An einer kleinen Gabelung, welche ich gar nicht als solche wahr nahm, gingen wir den falschen Weg weiter. Erst als ich ein paar Minuten später auf mein Smartphone schaute, merkte ich die Abweichung von der Route. Naja, passiert war passiert und so gingen wir weiter, am Ende ein relativ großer Umweg, der uns aber dennoch zur Walzenhütte brachte. An dieser Rasthütte wartete der nächste Stempel auf uns. Nun bin ich mittlerweile bei 10 Stempeln, was schon weitaus mehr sein könnten, wenn ich nicht immer mein Heft liegen lassen würde. Da wir nun soviel Umweg gegangen sind, kürzten wir die restliche Tour ab und nahmen den kürzesten Weg zurück nach Sophienhof.

Stempeln an der Ziegenalm

Allerdings wurde das mit dem tiefen Schnee nicht wirklich besser. Wir gingen auf Wegen, wo ich mir nicht ganz sicher war, ob die so noch existieren sollten. Aber gut, sie waren für einen Wanderer wie mich ein Traum, da schön schmal und von Wald umgeben. Wir stapften weiter durch den Schnee und kamen wieder zu den Schienen, wo ich dann auch noch den Dampfzug auf seiner Fahrt vom Brocken nach Nordhausen knipsen konnte. Noch ein wenig bergauf kämpften wir auch wieder in höhere Lagen, bis wir das kleine südharzer Örtchen erreichten und an unseren Startpunkt gelangten. Den letzten Stempel des Tages gab es dann noch an der Ziegenalm in Sophienhof zu kassieren. Alles in allem war es sehr anstrengend, aber auch schön. Manche Dinge realisiert man eben erst im Nachhinein 🙂