Schweden wie bei Astrid Lindgren

Schweden wie es leibt und lebt…

…so könnte man die letzte Woche am besten beschreiben. Wer die Geschichten von Astrid Lindgren kennt und die Filme dazu gesehen hat, der wird nicht enttäuscht sein, wenn er das Land mit der Gelb-Blauen Flagge live erlebt. Da ich schon in Norwegen war, lag die Messlatte, was die Ursprünglichkeit der Natur angeht, doch recht hoch. Doch Schweden kann mit seinem skandinavischen Nachbarn locker mithalten. Ich könnte auf Anhieb zwar nicht sagen, in welches Land ich mich mehr verliebt habe, aber die TreKronor haben derzeit den Vorteil, dass es keine Liste für „gefährliche“ Tiere jeglicher Art gibt. Auch wenn die Anreise in das beschauliche Trånshult doch recht lang war, würden wir es immer wieder machen, auch mit dem Auto, denn der Hund muss mit.

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Land und Leute

Die Menschen in Schweden sind von Natur aus ein freundliches Völkchen, ohne Vorurteile Fremden gegenüber. Genau dies merkt man überall wo man hinkommt. Das durften wir bereits an unserem Anreisetag erleben. Als wir gegen 17.00 Uhr das kleine Örtchen in Småland erreicht hatten, war es bereits finster und so ganz genau wussten wir nicht, wohin wir mussten. Bei 20 Häusern war die Auswahl zwar nicht so groß, aber man weiß ja nie. Als uns das Navi nicht weiterhelfen konnte, beschlossen wir, einfach mal jemanden zu fragen. Eine nette Dame, die mal eben nach ihren Tieren schauen wollte, fragten wir dann und bekamen prompt eine freundliche Auskunft. Diese Dame war dann auch für eine Woche unsere Nachbarin, wie sich kurz darauf herausstellte. Aber auch im Supermarkt und in den Restaurants, sowie auf den Straßen merkte man diese herzliche und offene Art, auch wenn die Schweden eher als zurückhaltend gelten.

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Die Natur

Überall wo man hinschaut sieht man Wald, vor allem Birken und Nadelbäume. Dazwischen immer wieder die ein oder andere Lichtung. Alles hier wirkt so ursprünglich und „unbenutzt“. Zwischen den Bäumen liegen Steine, richtige Brocken teilweise, die die Landschaft noch mystischer machen, als sie ohnehin schon ist. Aber das ist ja noch nicht alles. Man kann keine zehn Kilometer fahren, ohne an einem See vorbei zu kommen. Kleine Seen, große Seen, mal zum Baden, mal zum Angeln. Eigentlich ist für jeden das Richtige dabei. Einzig die Leute, die die Hektik und das Großstadtleben lieben, die werden hier an ihre Grenzen stoßen oder besser gesagt, sie werden hier nichts von alledem finden. Die Natur ist das, womit die Schweden nach außen hin glänzen können und das tun sie auch. Keine zerfahrenen Wanderwege, keine illegalen Müllhalden oder ähnliches. Obwohl wenn Motorsport im Wald durchaus ein beliebter Sport hier oben im Norden ist, wird der Natur dabei immer genügend Raum gelassen.

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Astrid Lindgrens Welt

Auch wenn es in der Nähe von Vimmerby einen Park gibt, der den Namen „Astrid Lindgren Värld“ trägt, meine ich diesen jetzt nicht. Nein, ich meine das Småland, die Heimat von Astrid Lindgren, auf der all ihre Geschichten basieren und die auch Hintergrundkulisse für sie ist. So wollten wir auch unbedingt zu den Drehorten von Pippi Langstrumpf, Michel aus Lönneberga, Karlsson vom Dach und den Kindern aus Bullerbü. Nun ist es allerdings so, dass das Sommer-Tourismus-Geschäft hier von März bis August läuft und danach Wintersport im Norden des Landes angesagt ist. So konnten wir zwar Bullerbü besuchen, aber nur die Häuser von außen besichtigen. Der Katthult-Hof ist ab September überhaupt nicht mehr zugänglich und wird wie ein normaler Bauernhof in der Zeit von September – März genutzt. Ein weiterer Grund nochmal wieder zu kommen. Die Villa Kunterbunt steht in Astrid Lindgrens Värld, die aber wie bereits erwähnt ebenfalls geschlossen hatte.

Schweden

Das Tomtehus

Zu guter Letzt, der Ort, an dem wir die meiste unserer Zeit in Schweden verbracht haben. Der Mittelpunkt unserer Reise sozusagen, von dem wir unsere Ausflüge machten. Aber es war vor allem der Ort, wo wir entspannen und genießen konnten: das Tomtehus im Örtchen Trånshult, welches der Familie Feurstein gehört und die es mit sehr viel Liebe schwedentypisch eingerichtet hat. Es ist ein Haus, welches sie selbst jahrelang als Ferienhaus genutzt haben und nach ihrer Übersiedlung aus Österreich, als Ferienhaus vermieten. Das Haus aus dem 17. Jahrhundert lässt jedem Schweden-Fan das Herz höherschlagen. In typischem Rot gestrichen, bietet das älteste Haus im Ort jede Menge Platz und Gemütlichkeit. Wir haben jeden Abend den Kamin im Wohnzimmer angefeuert und einfach in die Flammen geschaut. Und wem doch der Sinn nach dem ein oder anderen netten Gespräch ist, der findet bei der Familie Feurstein (auf der anderen Seite der Straße) immer ein offenes Ohr und einen Einblick, wie sich schwedisches Leben anfühlt.

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Ein paar kleine Schweden-Tipps

Für die Rennfahrer unter den Autofahrern gilt: haltet euch auf jeden Fall an die Geschwindigkeitsbegrenzungen in Schweden. Einerseits, weil ihr merken werdet, wie euch das entspannt und andererseits kosten euch bereits 10 km/h zuviel schon 400 Euro und 2 Monate Fahrverbot. Dazu gibt es auch keine Toleranzen bei der Messung. Das Geld, welches ihr dort spart, solltet ihr in gutes schwedisches Essen investieren. Die Preise für ein Hauptgericht im Restaurant beginnen nämlich so um die 20 Euro. Wer von allem einmal etwas probieren möchte, der sollte nach Aboda Klint fahren und sich das Buffet für knapp 45 Euro gönnen. Hier könnt ihr alles probieren was ihr euch vorstellen könnt. Von Lachs, über Rentier und Elch, bis hin zu 20 verschieden eingelegten Sorten an Heringen. Ihr werdet es nicht bereuen und habt dazu noch eine atemberaubende Aussicht von oben auf einen See.

Schweden

Wer nun noch immer keine Lust auf Schweden bekommen hat, dem kann ich leider auch nicht mehr helfen, außer mit dem oben stehendem Bild: ja ihr seht richtig, ein Elch in freier Natur!!! 🙂

Hier ein paar erste Eindrücke. Mehr Fotos in den nächsten Tagen!

Schweden im Winter