Von Stolberg nach Nordhausen wie Luther

Stolberg im Harz als erster Etappenstart

Von Stolberg führte meine erste Etappe auf den Spuren des Reformators nach Nordhausen. Wie letzte Woche bereits angekündigt, ging es für mich auf den ersten meiner vier Abschnitte auf dem Lutherweg von Stolberg im Harz bis nach Bilzingsleben im Landkreis Sömmerda. Bei Streckenwanderwegen ist es ja immer die Frage, wie man zum Startpunkt gelangt oder vom Endpunkt wieder zurück. In diesem Fall war die Lösung ganz simpel. Es gibt eine Busverbindung von Nordhausen (Haltestelle „Am Alten Tor“), mit Umstieg in Rottleberode, nach Stolberg. Für insgesamt 5,70 € sicher kein Schnäppchen, aber mir war es die Sache Wert. So setzte ich mich um 5.20 Uhr, ja ihr lest richtig, in den Bus und fuhr mit nur zwei weiteren Personen, plus Busfahrer gen Stolberg.

Stolberg Luther Hammaphotos

Das richtige Licht und der Nebel

Ich bin natürlich nicht um 5.20 Uhr los gefahren, weil ich nicht mehr schlafen konnte. Keine Sorge, schlafen kann ich immer, aber für ca. 6.00 Uhr war der Sonnenaufgang angekündigt. Den wollte ich natürlich mitnehmen. Auf halber Strecke und bis Stolberg hinein sah das auch sehr vielversprechend aus. Doch just in dem Moment, als ich auf dem Schloss in Stolberg angekommen war, fing der Nebel an, nach und nach hineinzuziehen. Aber als Fotograf muss man es eben nehmen wie es ist und ich muss sagen, das mit dem Nebel hatte auf jeden Fall auch seinen Reiz. Um dann auch noch richtig tolle Fotos zu machen, musste ich aber erst einmal hinauf zur Luther-Buche kraxeln. Ganz schön steil ging es den Lutherweg dort hinauf, doch es hat sich gelohnt, mit einem traumhaften Blick auf Stolberg.

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Goldene Stunde im Wald verbracht

Nach einer kurzen Fotopause begab ich mich auf die für den Tag restlichen 20 Kilometer. Zum Thema Lichtverhältnisse und die „Goldene Stunde“ zum Fotografieren nutzen, möchte ich am liebsten nichts schreiben. Nur so viel: es ging zwar anfangs, nach einem kurzen Stück im Wald, bis nach Hainfeld auf freier Fläche, allerdings weiterhin vernebelt. Gegen 7.15 Uhr, dem Beginn der „Goldenen Stunde“ an dem Tag, führte mich der Weg wieder hinein in den Wald. Landschaftlich sehr schön, aber eben recht dunkel und von dem schönen Licht abgeschottet. Doch es soll nicht so klingen, als hätte es keinen Spaß gemacht. Schöne Motive gab es hier und dort zu Hauf. An der Wolfmühle in Rodishain öffnete sich dann nach knapp zwei Stunden wieder der Wald und es war sonnig mit ein paar Wölckchen – perfekt!

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Der Weg des Martin Luther

Von der St.-Martini-Kirche in Stolberg, durch die schöne Fachwerkstadt und hinauf zur Luther-Buche schlängelt sich der Weg am Beginn recht steil hinauf. Durch ein Waldstück und über das Örtchen Hainfeld wandert man immer weiter Richtung Süden auf Waldwegen, Schotterstraßen, aber auch schmalen Pfaden. Wer nicht mit einem GPS-Gerät unterwegs ist (was ich aber durchaus empfehlen würde, Smartphone taugt auch dazu), der wird an der ein oder anderen Stelle überlegen, wo denn nun der Weg weiter geht. Ich bin nach der Devise gelaufen: wo kein Schild steht, das etwas anderes aussagt, da gehe ich einfach geradeaus. Einzige wirklich unklare Stelle für mich war, als es am Ortsausgang von Hainfeld schon kurz bevor es auf die die Breite Forststraße geht, bereits vorher links hinab geht.

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Von Hainfeld bis nach Steigerthal

Stolberg schon lange hinter mir gelassen, ging es ab Hainfeld, wie bereits erwähnt, ein ganz langes Stück durch den Wald bis zur Wolfsmühle. Was auch ein gutes Stichwort ist, denn an der Stelle ist man gut zwei bis zweieinhalb Stunden gelaufen. Da kann schon auch mal das Hungergefühl aufkommen. Wer selbst keinen Proviant dabei hat, der bekommt sicher etwas im Restaurant, welches gleichzeitig Naturpark-Wirt ist. Zu der Uhrzeit zu der ich dort war, ist der Restaurant-Betrieb allerdings noch nicht am Laufen. Stellt euch also darauf ein. Nun ging es ein Stück auf der Kreisstraße bis nach Stempeda, den kleinen Ort am „Alten Stolberg“ durchquerend und weiter auf Waldwegen bis zum Stein 100, einem Grenzstein, der schon aus früheren Blogbeiträgen bekannt sein dürfte. Nun geht es nur noch bergab, durch den Stempedaer Marktweg bis nach Steigerthal.

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Das letzte Stück nach Nordhausen

Von Steigerthal an führt der Lutherwegdirekt auf dem Qualitätsweg Wanderbares Deutschland, dem Karstwanderweg. Entlang von Wiesen und Feldern, durch Wälder hindurch, geht es auf traumhaften Wegen in Richtung Drei-Herren-Steine, genauso wie die Luther-Buche in Stolberg ein Punkt für die Freunde der Harzer Wandernadel. Durch eine Allee von Zwetschgenbäumen, die zu dieser Jahreszeit mehr als voll hängen, schlängelt sich der Weg oberhalb von Leimbach, mit Blick auf Nordhausen, bis zum Windlücker Weg. Nun ist das Stadtgebiet erreicht und man erkennt, dass die Streckenführung im innerstädtischen Bereich noch nicht zu 100% geklärt ist. Doch ich denke spätestens zum Ende des Jahres wird dann auch das klar sein.

Nächsten Montag gibt es dann die Fortsetzung mit dem Abschnitt von Nordhausen nach Auleben…ich freu mich schon drauf.

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