3-Stempel-Wanderung rund um Elend

Von Elend aus die Natur entdecken

Endlich schaffe ich mal wieder einen Wander-Blog-Beitrag zu schreiben. Dieses Mal ging es nach Elend. Eine kurze Runde, nur 7 Kilometer. Allerdings hatten es diese paar Kilometer in sich. Nicht unbedingt sehr anspruchsvoll, aber mit einem hohen Erlebniswert. Ich kann mich nicht erinnern auf einer so kurzen Runde jemals so viele spannende Dinge gesehen zu haben. Geparkt haben wir nahe der schönen kleinen Holzkirche und uns dann auf den Weg gemacht.

Ein Hund läuft durch den Wald und der Ausblick von Schierke zum Wurmberg.

Bis nach Schierke

Der Anfang war nicht ganz so aufregend, das muss ich gestehen. Es ging zunächst fast ausschließlich bergan. Für meine Frau nicht das Highlight des Tages. Sie musste ganz schön schnaufen und redete nicht mit mir, bis wir oben waren. Doch es sollte besser werden. Als wir zweimal die L100 überquert hatten und noch ein Stück gelaufen sind, erreichten wir die Helenenruh. Nach kurzer Verschnaufpause konnte auch meine Liebste den Ort genießen. Mit Blick auf Schierke und den Brocken ging das natürlich hervorragend. Das wusste schon ein Unternehmer aus Magdeburg, der diesen Ort für seine Frau so gestaltete und für die Sicht auf beide Orte von dort aus sorgte. Welche Überraschung, die Frau hieß natürlich Helene. Hier könnt ihr auch den ersten Stempel der Tour kassieren, die Nummer 21. Wir taten es also der Helene gleich und machten eine kleine Rast und genossen die Aussicht. Um den Brocken wirklich zu sehen, müsst ihr ein wenig um die Ecke schauen. Die Natur ist nämlich fleißig und lässt die Sichtachse gaaaanz langsam wieder zuwachsen.

Die Töpferei in Schierke im schönen Fachwerkhaus.

Das alte FDGB Ferienheim und die neue Schierker Feuerstein Arena

Nachdem wir ein wenig die Aussicht genossen hatten ging es durch den gemütlichen Nadelmischwald bis nach Schierke. Man kann auch heute noch erahnen, warum Schierke das “St. Moritz der Ostens” genannt wurde. Ein wenig ist der Glanz dahin, aber es gibt scheinbar Investoren, die den Glanz zurückbringen möchten. Der Ort scheint im Wandel, zum positiven, was auch der Neubau, bzw. die Renovierung der Schierker-Feuerstein-Arena darstellt. Das Freiluft-Eisstadion mit der futuristischen Dachkonstruktion verknüpft die Geschichte mit der Moderne. Und wir haben gesehen, es lässt sich dort super Eislaufen.

Leider gibt es aber auch noch die “Altlasten”, die so ein wenig den Glanz schmälern. Vorbei an der ehemaligen FDGB- Erholungsstätte konnten wir förmlich spüren, wie schön es dort gewesen sein muss. Man kann sich vorstellen, wie die Leute dort ein- und ausgingen, feierten, ihre freie Zeit genossen. Doch was ist geblieben? Leere Häuser, die vor sich hinvegetieren, wo niemand das Geld oder den Willen hat zu investieren oder abzureißen. Aber das war auch der einzige Wermutstropfen auf unserer Tour.

Die Schnarcherklippen

Wolfi Goethe ist im Harz allgegenwärtig. Natürlich auch hier. Für seinen Faust fand er an diesem Ort Inspiration.

Seh die Bäume hinter Bäumen,
wie sie schnell vorüberrücken,
und die Klippen, die sich bücken,
und die langen Felsennasen,
wie sie schnarchen, wie sie blasen!
Goethe (Faust I)

An den Schnarcherklippen gibt es neben dem Stempel mit der Nummer 14 auch einen Klettersteig hinauf auf die Klippen. Hier gilt es seine (wenn vorhanden) Höhenangst zu überwinden. Stufe für Stufe hinauf, immer direkt am Fels. Auch ich bin nicht dafür bekannt ein leiter- und höhenliebender Klettermaxe zu sein. Aber es lohnt sich. Die Aussicht ist ein Traum, sie reicht bis zum Brocken, der von hier zum greifen nah scheint.

Doch der Ort hat, wie im Harz typisch, natürlich etwas magisches. Hier macht die Kompassnadel keineswegs was sie soll. Sie zeigt nämlich nicht nach Norden, wenn man den Kompass nach Norden ausrichtet. Magie? Nicht so richtig, eher Magnetismus, denn das Gestein der beiden Felsen enthält Magnetit und wenn es einmal so richtig windig ist, dann pfeift es so an den Steinen vorbei, dass es sich anhört, als würde jemand schnarchen. Das ist der ganz einfache Grund, warum die Felsen so heißen.

Über den Barenberg zur Holzkirche nach Elend

Eine Stempelstelle fehlt nun noch auf unserer Tour, und ebenso auf meinem, bzw. unserem (Balu ist ja immer dabei) Weg zum Harzer Wanderkaiser. Die gab es wenige Kilometer nach den Schnarchern. Die Wegeführung war hier nicht immer so eindeutig. So folgten wir einfach dem vorauslaufenden älteren Pärchen, die beiden Wanderer folgten wiederum uns.

Am Barenberg tat sich der dichte Nadelwald auf und beeindruckte mit einer wahnsinnigen Weitsicht und auf Elend. Da war der Stempel mit der Nummer 20 nur Beiwerk, denn die Aussicht machte süchtig. Wir waren deshalb auch nicht die einzigen Wanderer an diesen Tag und diesem Ort. Immer wieder begegneten uns Menschen, ganz gleich welchen Alters. Mit oder ohne Hund. Als Familie, kleine Gruppe oder auch mal ganz allein. Der Harz ist eben in jeder Jahreszeit schön.

Hinunter bis zurück nach Elend hatte ich immer wieder diese tolle Aussicht vor meinem geistigen Auge. Ich werde sicher nochmal wieder kommen.

Nun habe ich auch schon 24 Stempel gesammelt, es wird also langsam. 24 von 222, das klingt irgendwie noch nicht so viel. Ich darf mir aber nun aber schon die Leistungsabzeichen in Bronze (8 Stempel), Silber (16 Stempel) und Gold (24 Stempel) abholen. Vermutlich werde ich sie Balu ans Halsband machen, denn er ist ja mein fleißiger Wanderbegleiter bisher gewesen.

Nächstes Wochenende geht es erstmal nach Österreich. Wenn ich Lust habe, gibt es auch von dort einen Blog. Aber gespannt könnte ihr schon auf die Woche danach sein, da ist eine weitere Harzwanderung geplant, dieses Mal zusammen mit Sinja und Domenico. Ebenso Harzliebhaber wie meine Frau und ich. Ihre Erlebnisse könnt ihr euch auch mal anschauen, kann ich nur empfehlen, unter: SinjasWorld.

Die Tour zum nachverfolgen: