Ein Tag im Store Mosse Nationalpark

Hallo ihr Lieben, uns hat es mal wieder nach Schweden getrieben. Nachdem wir uns im vergangenen Jahr ein Ferienhaus gekauft haben, erkunden wir jetzt nach und nach die Gegend. In Schweden scheint alles so weit – ist es vermutlich auch – im Vergleich zu Deutschland. Doch in Schweden drehen sich die Uhren gefühlt ein ganzes Stück langsamer und 45 Minuten Fahrzeit sind nicht der Rede wert. So haben wir uns aufgemacht in den Store Mosse Nationalpark.

Der Store Mosse Nationalpark

Nationalparke kennt ihr ja auch aus Deutschland. Hier in Schweden gibt es natürlich auch einige und jeder ist besonders und anders. Nachdem wir im Sommer im Fulujfället waren, der durch sein Fjäll eher schroff ist und im vergangenen Herbst im Norra Kvill, ganz klein, märchenhaft und mit ganz alten Baumbeständen, ging es dieses Mal eben in den Store Mosse. Was macht diesen so besonders? Er besteht aus einer riesigen Moor-/Sumpflandschaft. Das sollte meine Frau auch noch zu spüren bekommen. Dazu aber später mehr.

Eine Wanderung über Planken und Waldboden

Als wir im Store Mosse Nationalpark ankamen mussten wir wieder mal feststellen, dass die Schweden ihre Natur lieben. Der Parkplatz am Naturum (Infozentrum) war gut besucht und auch unterwegs begegneten wir einigen Menschen. Doch nun stellte sich mal wieder die Frage aller Fragen: Was wollen wir machen!? Wir (ich 🙂 ) entschieden uns dafür, die 12-Kilometer-Runde zu laufen. Das Gelände war flach, wie schlimm konnte es schon werden!? Wir hatten ein Zeitfenster von knapp 3,5 Stunden bis zur Dunkelheit, also alles in Ordnung. So der Plan…

Als wir das Naturum passiert hatten und auf die eigentliche Wanderung gingen, hing da ein Stück Papier am Holzpfosten, eingehüllt in Klarsichtfolie. Pragmatisch-schwedisch mit dem Hinweis darauf, dass das Grundwasser im westlichen Bereich des Nationalparkes ein wenig höher steht und die Planken auf denen man teilweise unterwegs war, nass oder auch glatt sein könnten. Das war dann doch sehr nett formuliert. Als kleiner Tipp schon mal vorab: Gummistiefel mit Innenfutter sind eine tolle Erfindung.

Wald, Mosse, Laufprobleme

Mit der Info von dem Schild/Zettel im Hinterkopf begaben wir uns auf die 12 Kilometer. Der Wald war genau, wie wir uns einen schönen Wald vorstellen. Nicht so geordnet, nicht so deutsch. Er war urwüchsig, unaufgeräumt, mit Birken und Kiefern bewachsen und ganz vielen verschiedenen Bodendeckern, wie Farnen, Moosen und anderen tollen Pflanzen. Das Abenteuer begann, als wir das erste mal den Waldboden verließen und in sumpfigem Gebiet über Holzplanken laufen mussten. Für uns Menschen war es weniger ein Problem, doch Balu war sich nicht so ganz sicher, was er damit anfangen sollte. Denn irgendjemand hatte zwischen den Brettern so komische Schlitze gelassen.

Trockene Füße, nasse Füße

Balu hatte bei unser Wanderung zwei Möglichkeiten. Entweder er schnuppert was das Zeug hält, denn zum Schnuppern gab es richtig viel, auf die Gefahr hin, die Planken nicht zu treffen, oder sich so auf die Planken zu konzentrieren, dass seine Umgebung an ihm vorbei rauscht. Er dachte sich wohl: “Wann komme ich schon mal wieder in den Store Mosse Nationalpark, s*****ß drauf.” Die logische Konsequenz: nasse Pfoten. Teilweise entschied er sich sogar neben der Planke, direkt im Sumpf, zu laufen. Doch war er nicht der einzige, dem die Planken zum Verhängnis wurden. Sein Frauchen war da auch nicht immer so trittsicher, und im sagenumwobenen, mystischen überfluteten Westen des Nationalparks war es dann soweit. Ein kleiner Moment der Unaufmerksamkeit und zack, stand sie mit einem Fuß im Wasser. Das Schöne am sumpfigen, moorigen Gebiet: das Wasser ist nicht so kalt, wie man es bei 4 Grad Außentemperatur erwartet, aber trotzdem nass und viele werden wissen, wie unangenehm so ein nasser Schuh beim Laufen ist. Da gibt es nur noch eine Möglichkeit. Beide Schuhe nass machen. Auch das war wieder nicht ganz so freiwillig. Doch wir kamen an den berüchtigten, “überfluteten” Teil.

Es war nicht so dramatisch wie es im ersten Moment klingt, aber stellt euch Folgendes vor: Ihr wandert durch den Store Mosse auf den Planken entlang. Plötzlich kommt ihr an eine Stelle, ähnlich einem See. In der Mitte eine Planke. Bis dorthin 6 Meter Wasser und nach der Planke bis zur anderen Seite nochmal 9 Meter Wasser. Zum Glück scheinen manche Dinge nur so zu sein. Die Planken waren alle da, doch lagen sie zwischen 5 und 10 cm unter Wasser. Eine sehr schwierige Aufgabe für Balu, der das aufgrund der dunklen Färbung des Wasser nicht abschätzen konnte. Laufen oder schwimmen? Er konnte sich nicht entscheiden, also ging Frauchen vor, mit mittlerweile 2 nassen, wenn auch warmen Schuhen und Balu folgte ihr durch das kühle Nass.

Endlich am Auto

Nach knapp dreieinhalb Stunden sind wir dann wieder am Auto angekommen, gerade noch vor dem Sonnenuntergang. Für uns war es sicher nicht der letzte Besuch dort. Aber eins wissen wir genau. Im Sommer wird uns da niemand finden, denn von Mücken haben wir genug. 🙂